Änderungen in der Serie Polo 2 (Kleinigkeiten)

Unbemerkt wurde innerhalb der Serienfertigung die eine oder andere Kleinigkeit geändert, die sich aber bei Reparaturen, Wartungen oder beim Teilekauf unangenehm bemerkbar machen kann.

Hier eine kleine Übersicht über die u. a. geänderten Teile:

Lichtschalter - 1988 mit Einführung der Nebelschlussleuchte wurde ein geänderter Lichtschalter mit geänderter Belegung eingeführt. Zu erkennen ist er daran, dass der alte Lichtschalter ein Scheinwerfersymbol mit Lichtstrahlen und der neue ein Birnensymbol hat.

Tachorahmen - früher wurde der Tachorahmen unten mit zwei kleinen Nasen eingesetzt und dann oben mit zwei Schrauben befestigt. In der Serienfertigung wurden die Nasen unten fallen gelassen. Stattdessen gibt es zwei Klammern, die den Rahmen nun halten. Diese können nachgerüstet werden, ohne sie hält der Rahmen nicht, weil die untere Befestigung fehlt.

Sitze - Die Sitzverstellung wanderte von der einen auf die andere Seite. So kann man alte Sitze in neueren Polos nur "spiegelverkehrt" einbauen, also Fahrer- und Beifahrersitz vertauschen.

Spiegeldreiecke innen - früher wurden die Abdeckungen auf die Schrauben der Spiegelbefestigung gesteckt. In der weiteren Serie wurden stattdessen zwei Nasen angegossen, die nun in zwei Löcher im Türdreieck greifen. Hier werden Plastikhülsen verwendet, die auch die Typenschilder am Heck halten

Typenschilder - alte Polos haben nur den Volkswagen Schriftzug und kein VW Zeichen. Für das VW Zeichen haben sich zwei zusätzliche Befestigungslöcher in den Heckklappen ergeben

Scheinwerferhalter - früher waren alle 3 Befestigungslöcher der Scheinwerfer beinahe auf einer Höhe. Mit Wegfall der Derby Baureihe wurden die unteren Halter nach hinten versetzt. Alte Scheinwerferhalter und Derbyscheinwerfer passen daher nicht in neue Karosserien, hier muss ein Abstandhalter/Adapter gebaut werden

Kühler - die ersten Modelle hatten einen Kühler mit eingebautem Ausgleichsbehälter, also kein separates Ausgleichsgefäß. Meines Wissens wurde das 1983/1984 geändert. Seit diesem Zeitpunkt wurde ein Kühler mit zusätzlichem Ausgleichsbehälter verbaut

Lenksäule - es gibt verschiedene Lenksäulen, die offensichtlichste Änderung bezieht sich auf die Verzahnung. Bis 1988 wurde eine grobe Verzahnung mit kleinem Durchmesser verbaut, ab 1988 eine feine Verzahnung mit großem Durchmesser. *1)

Federbeinrohre - die ersten Baujahre waren unterteilt. Es gab welche ohne Stabilisierung, der 75 PS hatte welche mit eingeschweißtem Knotenblech zur Stabilisierung. Später wurde eine "erweiterte Stabilisierung" Standard und in allen Varianten verbaut

Tachoeinheiten - meines Wissens gibt es drei verschiedene Ausführungen, die untereinander nur begrenzt kompatibel sind, da sie sich vom Anschluss und Leistungsumfang unterscheiden. Hier die Unterscheidungsmerkmale. Wenn diese wild untereinander getauscht werden kann es zu folgenden Problemen kommen: - Wasserleuchte blinkt unmotiviert - Öldrucksummer meldet sich ohne Grund - diverse Leuchten funktionieren nicht
- Ausführung 1 - gelbe Fernlichtleuchte, gelbe Chokeleuchte
- Ausführung 2 - gelbe Fernlichtleuchte, keine Chokeleuchte
- Ausführung 3 - blaue Fernlichtleuchte, Handbremsleuchte

Handbremshebel - seit 1984 wird ein Handbremshebel mit komplett anderer Befestigung verbaut

Hauptbremszylinder / Bremslichtschalter - bis 1985 war der Bremslichtschalter im Hauptbremszylinder eingeschraubt. Später wanderte dieser als mechanischer Schalter ans Bremspedal im Innenraum.

Scheibenwaschdüsen - die ersten Baujahre hatten einstrahlige Düsen, spätere Baujahre zweistrahlige Düsen. Die Aufnahmen sind unterschiedlich und die Düsen können nicht untereinander getauscht werden. Die alten Düsen sitzen in Löchern vor den Lüftungsschlitzen in der Haube, die neuen sitzen in den Lüftungsschlitzen.

Stabilisator - es gibt einen 4-Gang und einen 5-Gang Stabilisator. Der 4-Gang Stabi lässt Getriebeseitig nicht genug Platz für ein 5 Gang Getriebe, der Seitendeckel des Getriebe würde am Stabi schleifen.

Schaltkulisse - es gibt eine Schaltkulisse für das 4-Gang und eine für das 5-Gang Getriebe. Meines Wissens wurde diese im April 1989 angeglichen, so dass diese nun für 4- und 5-Gang genutzt werden kann.

Ölpeilstab - bis einschließlich 1983 wurde ein kurzer Ölpeilstab verwendet. Dieser endete quasi "mitten im Motorraum" und war recht schwer zu erreichen Seit meines Wissens März 1983 wurde der bekannte lange Peilstab eingeführt. Die beiden Peilstäbe samt Führungen können ausgetauscht werden.


Lichtmaschine - seit August 1983 werden kleinere Keilriemenscheiben für die Lichtmaschine verwendet, um eine Batterieladung auch bei niedrigen Drehzahlen sicherzustellen.

Derby Scheinwerfer - zum Modelljahr 1985 wurde der Derby schon äußerlich zum Polo,
er erhielt also schon runde Scheinwerfer (außerdem die Plastikverkleidungen und Radläufe), hieß aber noch Derby. Erst 1986 wurde er in Polo umbenannt.

Zündkabel - 1986 wurden neue Verteilerstecker eingeführt. Die alten Stecker griffen über einen Pin im inneren der Verteilerkappe, waren also Aussenkontakte. Die neuen Stecker greifen in eine Hülse in der Verteilerkappe, sind also Innenkontakte.

Handbremsseil - 1986 wurde die Handbremsbetätigung geändert. Bis 1986 wurde über eine Umlenkrolle die zweite Trommel betätigt. Das führte immer konstruktionsbedingt fast immer zu einer ungleichen Bremswirkung und damit häufig zu Tüv Problemen. Die neue Version greift gleichmäßig auf beide Trommeln zu.

Bremsen vorne - 1985 werden die Schwimmsattelbremsen mit relativ kleinen Bremsklötzen werden durch Faustsattelbremsen abgelöst. Die Bremsscheiben bleiben gleich.

Scheibenwasser hinten - seit 1986 wird die Heckscheibenwaschanlage durch den vorderen Wischwasserbehälter versorgt. Eine Pumpe versorgt vorne oder hinten durch umpolen der Drehrichtung. Bis dahin hatte die Heckscheibe einen eigenen Behälter im Seitenteil des Kofferraums.

75 PS Motor - mit dem Modelljahr 1990 wurde der Schlepphebelmotor GK gestrichen und durch den Hydrostösselmotor 3F ersetzt.

Mittelkonsole - die Befestigungspunkte am Tunnel, wo die Konsole eingeschoben wird, wanderten irgendwann (1985 oder 1988) von den Seiten der Schaltkulisse hinter die Schaltkulisse. Hat man nun die falsche Konsole, hat diese auf dem Tunnel keinerlei Halt.

 

 

*1) bis 10/86 Lenksäule zweiteilig und ausklinkbar

ab 10/86 Einsatz einer einteiligen Teleskoplenksäule, Durchmesser und Anschlussmaße sind gleich

ab 08/88 Lenksäule bleibt gleich, allerdings wird auf die Grobverzahnung eine kürze Vielzahnhülse aufgesetzt (Feinverzahnung) mit einer 3 mm dicken Unterlegscheibe. Sollte die Hülse nachgerüstet werden, muss auch diese Scheibe nachgerüstet werden.

ab 01/89 Durchmesser im oberen Lenksäulenbereich (vor der Verzahnung) ändert sich von 20 auf 22 mm, Einsatz einer langen Vielzahnhülse, die direkt auf die Druckfeder drückt, dadurch entfällt eine Klemmscheibe und ein Kontaktring.

ab 10/91 Einsatz einer Lenksäule mit Kreuzgelenk